Das Gebiet um unseren Ort als Westpfälzer Bergland zählt zu der größeren Einheit des Saar-Nahe-Berg- und Hügellandes. Geologisch vorherrschend sin die Odenbacher Schichten. Sie sind Teil der oberen Kuseler Schichten des Unterrotliegenden, die mir den unteren Kuseler Schichten von Südwesten nach Nordwesten verlaufen und den Kreis Kusel fast ganz bedecken.

Im Erscheinungsbild der Odenbacher Schichten zeigen sich Schiefertone, Sandschiefer und Sandsteinzwischenlager: Konglomerate, die durch ein toniges oder kieseliges Bindemittel verkittet sind, haben eine lebhafte Färbung.

Die Odenbacher Schichten laufen um die aus älteren permokarbonischen Ablagerungen gebildeten Kuppeln herum, die man auch in der näheren Umgebung des Ortes findet. Ein Teil verläuft von Herschweiler-Pettersheim nach Konken und wird von einer Verwerfung von Wahnwegen nach Konken unterbrochen. Im Süden setzen sich die Odenbacher Schichten bis Schellweiler fort, wo sie durch eine west-östliche Verwerfung abgetrennt werden.

In der Formation der Odenbacher Schichten sind Intrusivgesteine keine Seltenheit. Diese sind magmatischen Ursprungs und traten als heiße Massen aus dem Erinnern an die Oberfläche, wo sie in der Erdkruste stecken blieben.

Steinbruch (1971) Intrusivkörper
Steinbruch (1971) Intrusivkörper

Diese Erscheinung existierte bis zum Neubau des Sportplatzes im Steinbruch am Isack. Heute sind die großen Intrusivkörper des Malaphyr nicht mehr zu sehen, da sie zugeschüttet sind. Über ihnen befand sich eine Decke von Ablagerungsgesteinen. Nicht selten fand man um diese Intrusivkörper in geringer Entfernung Sandsteinformationen, die als Sandsteinbrüche noch Mitte der 50er Jahre  auch zum Hausbau in Hüffler genutzt wurden. Die heißen Magmamassen sind nicht in allen Gebieten so hoch aufgedrungen. Sie dürften etwa in der Entstehungszeit der rotliegenden Schichten vor etwa 200 Millionenen Jahre ihre Ursache haben. Der Beweis für die magmatische Ursprünglichkeit der Intrusivgesteine zeigt sich am Nebengestein um den Erstarrungskörper. Sie sind teilweise aufgeschmolzen und durch den Vorgang abgehärtet worden. Da die flüssigen Gesteinsmassen erstarren, bildeten sich Risse und Sprünge in den Steinkörpern.

Aufnahme 1971
Aufnahme 1971

Ein solcher Steinkörper steht noch an der Autobahnabfahrt Kusel/Konken als Beweisstück für die erdgeschichtliche Entstehung unserer Region. Die Landschaft unseres Raumes zeichnet sich aus durch Täler und abgerundete mit Wäldern bedeckte Bergrücken. Der Grund für das abwechslungsreiche Spektrum und die landschaftlichen Schönheiten ist in der geologischen Formationen zu finden.

Die ältesten Gesteinsformationen entstanden im Zeitalter des Karbon vor etwa 260 Millionen Jahren.

Eine sehr üppige Flora gab es zu dieser Zeit, weil ein vergleichbar tropisches Klima herrschte. Schachtelhalme, Farne, Siegelbäume, die man heute noch als Fossilien findet, sind Reste dieser Pflanzenwelt und wurden auch hier in unserem Raum als Kohle abgebaut.

Die Kohlenflöze mit geringem Ausmaße sind in der Folgezeit entstanden, als das Klima trockener wurde.

Auf die Karbonzeit (265 – 210 Millionen Jahre) folgte Perm (210 – 185 Millionen Jahre) und beschließt das Erdaltertum (Beginn vor 500 Millionen Jahren). Aus dieser Zeit stammen die Rotliegenden Schichten in unserem Raum. Es herrschte starke vulkanische Tätigkeit und die schon angesprochenen magmatischen Prozesse kamen hinzu, d.h. flüssige Gesteinsmassen wurden durch die Sedimentgesteine gedrückt und erstarrten als Intrusivkörper.

Das Sedimentgestein bewirkte, dass die Intrusivmasse nicht an die Erdoberfläche kam und durch den Druck diese aber kuppelförmig aufblähte. Heute sind diese kuppelartigen Bergrücken meistens mit Wald bedeckt. Die für unseren Ort typische Erscheinung dieses größten Intrusivvorkommens war der Steinbruch am Isak. Solche Kennzeichen sind an mehreren Orten im Kreis Kusel zu finden (Rammelsbach, Haschbach, Jettenbach, Herschweiler-Pettersheim, Pfeffelbach). Auch entstanden auf diese Weise die höchsten Erhebungen im Kreis (Königsberg, Potzberg,…)

In den Sedimentgesteinen finden sich oft Fossilien (Pflanzenreste, Muscheln, Fische).

Die Eigenschaften der Kuseler Schichten variieren, sie wechseln von grobkörnigen und rotgefärbten Elementen bis zu grau und gelblichbraun. Die Ausbildung von großen Sandsteinblöcken war nicht selten. Die wurden als Buntsandsteine in Steinbrüchen abgebaut (z.B. Gemarkung „Auf der Platte“.)

Bewaldete Bergrücken
Bewaldete Bergrücken

Botanische gehört unsere Gegend – zieht man den Kreis um unseren Heimatort nicht zu eng – zu den reichsten. Es gibt sehr viele Arten von Wildpflanzen. Ausreichende Niederschläge begünstigen die Artenvielfalt, die durch günstige klimatische Verhältnisse einen weiteren positiven Standortfaktor erhält. Die Menge der Artenvielfalt basiert auch darauf, dass unser Hügelland kühlere und wärmere Landschaftsteile aufweist.

So habe ich bei meiner beruflichen Ausbildung durch eine wissenschaftliche Hausarbeit im Jahr 1971 eine botanisch-ökologische Untersuchung des Kehlbachtals durchgeführt und dabei nicht weniger als 140 verschiedene Wildpflanzen aus 39 Pflanzenfamilien katalogisieren können.

Sieht man einmal von der Vielfalt der Wildpflanzen ab und zieht den landwirtschaftlichen Ertrag beim Anbau von Kulturpflanzen ins Blickfeld, so stellt man fest, dass der Ertrag nur als „mäßig“ einzustufen ist.

Melaphyrabbau im Steinbruch am Isack
Melaphyrabbau im Steinbruch am Isack

Der Grund liegt in den Eigenschaften der Böden, die sich durch lehmige Sande und Durchlässigkeit des Faktors Wasser aus den Schichten des unterrotliegenden (Kuseler Schichten) auszeichnen. Ein weiterer Grund ist der oft hohe Steinanteil und die Hängigkeit des Geländes. Die Betriebsgestaltung der Landwirtschaft hat sich in den letzten Jahren geändert und den Verhältnissen des Standortes angepasst. Sie ist nur rentabel geblieben durch Erfolge im züchterischen Bereich (Pflanzen und Tiere) sowie durch Vergrößerung und Spezialisierung des Betriebes und vor allem durch Reduzierung der Betriebsanzahl. Oft besteht Landwirtschaft nur noch im Nebenerwerb und das früher landwirtschaftliche Erscheinungsbild unserer Gemarkung hat sich durch Ackerflächenstillegung optisch geändert.

Streuobstwiesen
Streuobstwiesen

Quelle: Ortschronik 700 Jahre Hüffler
Autor: Günter Zimmer

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